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Denkmalimmobilie als Kapitalanlage: die höchste Steuerwirkung, die das Gesetz kennt.

Sanierungskosten zu 100 % in zwölf Jahren abschreiben, in Innenstadtlagen, die es nicht zweimal gibt. Für wen sich die Denkmal-AfA lohnt, was die Behörde bescheinigen muss und wo die Risiken liegen.

9 Minuten Lesezeit · Stand November 2026

Kein anderes Steuermodell in Deutschland erlaubt es Privatanlegern, einen so großen Teil des Kaufpreises so schnell abzuschreiben wie die Denkmal-AfA nach § 7i EStG. Die Sanierungskosten eines Baudenkmals schreibst du in den ersten acht Jahren mit 9 % pro Jahr ab, danach vier Jahre mit 7 %. Nach zwölf Jahren sind 100 % der Sanierung steuerlich abgesetzt.

Bei einem typischen Sanierungsanteil von 60 bis 75 % des Kaufpreises bedeutet das: 5 bis 7 % des gesamten Kaufpreises pro Jahr, allein aus der Sanierung, dazu 2 % auf die Altbausubstanz. Das Modell ist kein Geheimtipp, es steht seit Jahrzehnten im Gesetz. Es ist nur an Bedingungen gebunden, die man kennen muss, und es lohnt sich erst ab einer Steuerlast, die der Abschreibung gewachsen ist.

Steckbrief

Einstieg
ab ca. 250.000 €
Mietrendite
3 bis 4 %
Abschreibung
9 % acht Jahre, 7 % vier Jahre auf Sanierung
Aufwand
niedrig nach Fertigstellung
Hauptrisiko
Sanierungsverzug, Bauträger
Für wen
ab 4.500 € netto, Steuersatz über 40 %

Wie das Denkmalmodell funktioniert

Du kaufst eine Wohnung in einem Baudenkmal vor oder während der Sanierung. Der Bauträger saniert das ganze Haus in Abstimmung mit der Denkmalbehörde, du bekommst eine fertige Wohnung mit Gewährleistung. Im Kaufvertrag ist der Preis aufgeteilt: Grundstück, Altbausubstanz und Sanierungskosten. Nur der dritte Teil ist der Hebel.

Nach Fertigstellung stellt die Denkmalbehörde eine Bescheinigung nach § 7i Abs. 2 EStG aus. Sie bestätigt, welche Kosten zur Erhaltung des Denkmals oder zu seiner sinnvollen Nutzung erforderlich waren. Diese Summe schreibst du ab. Ohne Bescheinigung keine Denkmal-AfA, deshalb ist die Erfahrung des Bauträgers mit der jeweiligen Behörde entscheidend.

Wichtig: Die erhöhte Abschreibung gilt nur für Maßnahmen, die nach dem Kaufvertrag durchgeführt werden. Kaufst du ein bereits fertig saniertes Denkmal, bekommst du die normale AfA. Deshalb wird im Denkmalmodell vor der Sanierung gekauft, und deshalb trägst du das Bauzeitrisiko.

Die Zahlen: 9 %, 7 %, 2 %

Ein Beispiel mit 300.000 € Kaufpreis, 20 % Grundstücksanteil und 70 % Sanierungsanteil am Gebäudewert:

BestandteilAnteilAfA-SatzAfA pro Jahr
Grundstück60.000 €keine0 €
Altbausubstanz72.000 €2 % (2,5 % bei Baujahr vor 1925)1.440 €
Sanierung, Jahr 1 bis 8168.000 €9 %15.120 €
Sanierung, Jahr 9 bis 12168.000 €7 %11.760 €
Zusammen Jahr 1 bis 816.560 €

16.560 € Abschreibung im Jahr sind bei einem Grenzsteuersatz von 42 % rund 7.000 € Steuererstattung, jedes Jahr, acht Jahre lang. Dazu kommen Zinsen und Verwaltung als Werbungskosten. Die Miete einer Denkmalwohnung ist dagegen niedriger als bei vergleichbaren Neubauten, 3 bis 4 % Bruttomietrendite sind üblich. Das Modell lebt von der Steuer, nicht von der Miete.

Ab welchem Einkommen sich das Denkmal lohnt

Die Abschreibung ist nur so viel wert wie dein Steuersatz. Bei 30 % Grenzsteuersatz bringen 16.560 € AfA knapp 5.000 € zurück, bei 42 % sind es 7.000 €. Da die Mietrendite niedriger ist als bei Bestand oder Neubau, muss die Steuererstattung die Lücke in der Rate schließen. Das funktioniert ab einem zu versteuernden Einkommen von etwa 60.000 € im Jahr, also ab 4.500 € netto bei Alleinstehenden.

Zweite Bedingung: Die Abschreibung muss ankommen. Wer in acht Jahren in Elternzeit geht, das Land verlässt oder die Arbeitszeit halbiert, verschenkt sie. Das Denkmal ist für ein stabiles, hohes Einkommen über mindestens zwölf Jahre gebaut. Ehepaare mit gemeinsamer Veranlagung profitieren, weil der höhere Steuersatz auf das gesamte Einkommen wirkt.

Lagen, in denen Denkmäler stehen

Denkmalobjekte gibt es nicht überall. Sie stehen dort, wo Gründerzeit und Jugendstil gebaut wurden und erhalten blieben: Leipzig, Dresden, Görlitz, Halle, Chemnitz, Erfurt, Magdeburg, Potsdam, dazu Altstadtlagen in Westdeutschland. Das sind oft die besten Innenstadtlagen der jeweiligen Stadt, mit Stuck, hohen Decken und Parkett, also Wohnungen, die sich leicht vermieten lassen.

Gleichzeitig ist der Markt kleiner. Ein Denkmalprojekt mit vierzig Wohnungen ist nach wenigen Monaten verkauft, meist bevor es öffentlich beworben wird. Die Anbieter verteilen die Einheiten an Vertriebspartner mit Käuferlisten. Das ist Off-Market im Reinformat: Wer ein Suchprofil hat, bekommt die Wohnung, wer sucht, sieht das Haus erst fertig.

Risiken: Bauzeit, Preis, Behörde

Das Denkmalmodell hat drei Risiken, die du vor dem Kauf benennen und absichern musst:

  • Sanierungsverzug. Denkmalsanierung dauert zwölf bis achtzehn Monate, bei Überraschungen im Bestand länger. In dieser Zeit zahlst du Zinsen ohne Miete. Vertragsstrafe und Fertigstellungsbürgschaft gehören in den Vertrag.
  • Kaufpreis über Marktwert. Denkmäler werden zu Preisen verkauft, die die Steuerwirkung einpreisen. Ein Verkauf vor Ende der Abschreibung bringt selten den Einstandspreis. Rechne mit mindestens zwölf Jahren Haltedauer.
  • Bescheinigung. Streicht die Behörde Positionen aus der Kostenaufstellung, sinkt die Abschreibung. Bauträger mit Dutzenden abgeschlossenen Verfahren bei derselben Behörde haben hier die Erfahrung, die zählt.

Dazu kommt die Abhängigkeit vom Bauträger wie beim Neubau: MaBV-Raten, Bürgschaft, Historie. wohnvest prüft bei Denkmalanbietern zusätzlich die Quote der erteilten Bescheinigungen und die Abweichung zwischen Prospekt und bescheinigter Summe.

Für wen das Denkmal passt

Das Denkmal passt zu dir, wenn du mehr als 4.500 € netto verdienst, einen Grenzsteuersatz über 40 % hast, mindestens zwölf Jahre halten willst und die Geduld für eine Bauzeit mitbringst. Dann ist es das wirksamste Werkzeug, um aus Lohnsteuer Eigentum zu machen.

Es passt nicht bei unsicherem Einkommen, geplantem Verkauf innerhalb von zehn Jahren oder wenn du die Immobilie fertig sehen willst, bevor du kaufst. Dann sind Neubau oder Bestand die bessere Wahl. Welche Asset-Klasse zu deinem Einkommen passt, klärt der Ratgeber zur Entscheidungsmatrix.

Rechenbeispiel: Denkmal bei 80.000 € Bruttogehalt

Denkmalwohnung für 300.000 €, 3,5 % Mietrendite, 70 % Sanierungsanteil, 80.000 € Bruttojahresgehalt, Vollfinanzierung zu 4,5 % Zins und 1,5 % Tilgung, 2 % Wertsteigerung pro Jahr. Die Erstattung läuft acht Jahre auf hohem Niveau.

Dein Überschuss pro Monat

56 €

Rate 1.500 € minus Miete 875 € minus Steuererstattung 681 €. Miete und Finanzamt tragen 100 % der Rate.

Kaufpreis, vollfinanziert
300.000 €
Kreditrate pro Monat
1.500 €
Miete pro Monat
875 €
Abschreibung im ersten Jahr (6,9 % des Gebäudewerts)
16.560 €
Steuererstattung pro Monat, erstes Jahr
681 €
Steuererstattung in zehn Jahren
71.864 €
Getilgt in zehn Jahren
55.297 €
Vermögen nach zehn Jahren (Wert minus Restschuld)
120.995 €

Annahmen: Gebäudeanteil 80 %, zu versteuerndes Einkommen 80 % vom Brutto, Einkommensteuertarif 2025 ohne Soli und Kirchensteuer, Mietsteigerung 1,5 % pro Jahr, 660 € Verwaltung und Instandhaltung pro Jahr. Keine Steuer- oder Anlageberatung.

Vor- und Nachteile der Denkmal

Dafür

  • 100 % der Sanierungskosten in zwölf Jahren abgeschrieben
  • 5 bis 7 % des Kaufpreises jährliche AfA in den ersten acht Jahren
  • Innenstadtlagen mit Altbauqualität, die es nicht zweimal gibt
  • Komplett saniert mit Gewährleistung, kein Sanierungsstau
  • Hohe Nachfrage bei Mietern nach Stuck, Parkett, hohen Decken

Dagegen

  • Niedrigste Mietrendite aller Asset-Klassen (3 bis 4 %)
  • Lohnt sich erst ab rund 40 % Grenzsteuersatz
  • Zwölf bis achtzehn Monate Bauzeit ohne Miete
  • Kaufpreis enthält die Steuerwirkung, Verkauf vor zwölf Jahren selten rentabel
  • Abhängigkeit von Bauträger und Denkmalbehörde

Fazit

Das Denkmal ist das stärkste Steuermodell für Angestellte mit hohem Einkommen. Es verwandelt zwölf Jahre Lohnsteuer in eine sanierte Altbauwohnung in Innenstadtlage. Dafür verlangt es Geduld, ein stabiles Einkommen und einen Bauträger, der sein Handwerk und seine Behörde kennt.

Denkmalprojekte sind klein und schnell vergriffen. Wer sie bekommt, hat ein Suchprofil bei den richtigen Anbietern. Sag uns, was du verdienst und wo du suchst, und wir empfehlen dir den Denkmalanbieter, der gerade liefern kann.

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Häufige Fragen zur Denkmal

Was ist der Unterschied zwischen Denkmal-AfA und Sanierungsgebiet?

§ 7i gilt für eingetragene Baudenkmäler, § 7h für Gebäude in förmlich festgelegten Sanierungsgebieten. Die Sätze sind gleich: 9 % acht Jahre, 7 % vier Jahre. Beim Sanierungsgebiet bescheinigt die Gemeinde, beim Denkmal die Denkmalbehörde. Beide Modelle werden oft gemeinsam als „Denkmal“ vermarktet.

Kann ich die Denkmal-AfA auch bei Selbstnutzung bekommen?

Bei Selbstnutzung gilt § 10f EStG: 9 % der Sanierungskosten zehn Jahre lang als Sonderausgaben, also 90 % statt 100 %. Für Kapitalanleger ist die Vermietung mit § 7i das stärkere Modell, weil zusätzlich Zinsen, Verwaltung und die 2 % auf die Altbausubstanz als Werbungskosten zählen.

Was passiert, wenn die Behörde weniger bescheinigt als im Prospekt steht?

Dann sinkt deine Abschreibungsbasis entsprechend. Die Abweichung liegt bei erfahrenen Bauträgern meist unter 5 %, kann bei unerfahrenen aber 20 % und mehr betragen. Frag den Anbieter nach den Bescheinigungen seiner letzten drei Projekte im Vergleich zum Prospekt.

Wie hoch ist die monatliche Belastung bei einem Denkmal?

Bei 300.000 € Kaufpreis, 4,5 % Zins und 1,5 % Tilgung liegt die Rate bei 1.500 € im Monat. Miete von rund 875 € und Steuererstattung von rund 600 € bei 42 % Steuersatz decken etwa 1.475 € davon. Die Zuzahlung liegt in den ersten acht Jahren damit nahe null. Der Steuerrechner rechnet das mit deinem Gehalt.

Wo finde ich Denkmalobjekte, die noch nicht verkauft sind?

Fast nie auf Portalen. Denkmalprojekte gehen über Vertriebspartner an Käufer mit hinterlegtem Suchprofil, oft bevor die Sanierung beginnt. wohnvest arbeitet mit Denkmalanbietern in Sachsen, Thüringen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg und empfiehlt dir kostenlos den, der zu deinem Budget passt.

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